Böden bilden die Lebensgrundlage für den Menschen, die Flora und Fauna. Belastungen der Böden durch Schadstoffe, Bodenverdichtung, Bodenabtrag, Bodenüberdeckung oder Bodenversiegelung vermindern die vielfältigen Leistungsfähigkeiten des Bodens (Bodenfunktionen) und stellen die Menschen sowohl im ländlichen als auch im urbanen Raum vor wachsende Probleme.

Für den vorsorgenden und nachhaltigen Schutz des Bodens ist es unumgänglich, Kenntnisse über seinen derzeitigen Zustand und seine aktuellen Leistungsfähigkeiten im Landschaftshaushalt aufzuarbeiten und zu bewerten. Dies gilt nicht nur für so offensichtliche Bodenfunktionen wie die (Nahrungs-) Pflanzenproduktion, die Bildung sauberen Grundwassers, der Hochwasserschutz, sondern ebenso für weniger augenfällige Leistungen wie die Umwandlung organischer Stoffe in essenzielle Nährstoffe sowie der Abbau bzw. die Filterung von Schadstoffen. Da Bodenkörper sehr unterschiedlich zusammengesetzt und aufgebaut sind, sind auch ihre Leistungsfähigkeiten höchst individuell ausgeprägt.

Das Bewahren der Leistungsfähigkeiten von Böden im Landschaftshaushalt ist ein wesentlicher Baustein einer auf Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und Multifunktionalität ausgerichteten Landnutzungsplanung.

Mit dem Bundes-Bodenschutzgesetz (1998) und der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (1999) wurden die bundeseinheitlichen rechtlichen Grundlagen für den sorgsamen Umgang mit Böden geschaffen bzw. ergänzt.

Das ISB unterstützt Sie bei der Umsetzung des Bodenschutzes in den Themenfeldern Vorsorge, Gefahrenabwehr und Wiederherstellung und hilft, die Leistungen des Bodens und deren Gefährdungen in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu bringen.

Das ISB erstellt Bodenfunktionskarten zu allen relevanten Teilfunktionen des Bodens. Dabei werden die aktuellen (oder potenziellen) Leistungsfähigkeiten von naturnah aufgebauten als auch von stärker anthropogen beeinflussten Böden bewertet. In Absprache mit den Auftraggebern können dabei unterschiedliche, jeweils auf die naturräumlichen Verhältnisse oder spezielle lokale bzw. regionale Problemlagen angepasste Verfahren angewandt werden. Aus diesen, den Ist-Zustand kennzeichnenden Bodenfunktionskarten erarbeitet das ISB zusätzlich aggregierte Gesamtbewertungskarten zur Schutzwürdigkeit und darüber hinaus Maßnahmenkarten zu Verbesserung der Funktionserfüllung.

Bei Baumaßnahmen wird auf vielfältige Weise in den Boden eingegriffen. Um mögliche Störungen von Bodenfunktionen so klein wie möglich zu halten bietet das ISB eine "bodenkundliche Baubegleitung" an. Je früher im Planungsprozess die Belange des Bodenschutzes integriert werden, desto geringer ist die Beeinträchtigung. 

Das ISB erstellt digitale Bodenbelastungskarten als Informationsgrundlage des vorsorgenden und gefahrenabwehrenden Bodenschutzes. Hintergrund ist, den Bodens vor einer (schleichenden) Anreicherung mit (persistenten) Schadstoffen zu schützen, die ab einem gewissen Belastungsniveau eine multifunktionale Nutzung verhindern.

Das ISB hat maßgeblich an der konzeptionellen Entwicklung zur Erzeugung flächenhafter Bodenbelastungskarten (BBK) und deren Auswertungskarten (Vorsorge-, Prüf- u. Maßnahmenwertevergleich) mitgewirkt. Ursprünglich zur räumlichen Darstellung von Stoffbelastungen von naturnah genutzten Böden entwickelt, liegt seit dem Jahr 2007 die Ergänzung des BBK-Verfahrens für Siedlungsböden vor (LANUV-Arbeitsblatt 1). An den methodischen Neuentwicklungen war das ISB beteiligt und brachte den weithin anwendbaren integrativen "Raumanalytischen Ansatz" ein, der die Bodenschadstoffbelastung als Gesamtergebnis unterschiedlicher Schadstoffeintragsquellen ansieht und sich, falls geboten, auch mit Elementen des „Immissionsansatzes“ oder des „Substratansatzes“ gut kombinieren lässt. Mittlerweile hat das ISB für zahlreiche Kommunen BBK für den Außen- und Siedlungsbereich erstellt.

Auf Basis einer digitalen Bodenbelastungskarte lassen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand belastbare Auswertungen zum Vorliegen "großflächig siedlungsbedingt" oder "naturbedingt erhöhter Stoffgehalte" durchführen.

Gebiete, in denen Überschreitungen von nutzungsspezifischen Prüfwerten gemessen bzw. berechnet werden, sind in der BBK deutlich visualisiert, so dass behördliches Handeln auf bestimmte Fallkonstellationen fokussiert werden kann und orientierende Untersuchungen bzw. weitere Sachverhaltsermittlungen sehr genau zugeschnitten werden können.

Stoffliche Bodenbelastungen können einen erheblichen Einfluss auf den Erfüllungsgrad von Bodenfunktionen ausüben. Daher hat das ISB raumspezifische Möglichkeiten entwickelt, stoffliche Bodenbelastungen in Bodenfunktionsbewertungen zu integrieren.