In einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet, dessen Böden infolge des Eintrags von Immissionen deutlich erhöhte Schwermetallgehalte aufweisen, führte das ISB im Auftrag des Kreises Recklinghausen in den Jahren 2008-2010 ein Bodenmonitoring durch. Auf der Basis einer durch das ISB erstellten digitalen Bodenbelastungskarte, die die räumlich differenzierte Verteilung der Schwermetalle Cadmium, Blei, Zink sowie von Arsen in den Böden visualisierte, erarbeitete das ISB zusammen mit der Unteren Bodenschutzbehörde, dem Fachdienst Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Kreises sowie der Landwirtschaftskammer NRW (Coesfeld) eine Strategie zur Verminderung pflanzenverfügbarer Anteile an Schwermetallen. Besonderes Augenmerk galt dem vergleichsweise stark mobilisierbaren Schwermetall Cadmium. Durch schlagspezifische Meliorationskalkungen sollten die pflanzenverfügbaren Schwermetallgehalte verringert und somit eine vielfältige landwirtschaftliche Bodennutzung sichergestellt bzw. ermöglicht werden, bei der die Ernteprodukte die Höchstgehalte von Cadmium und Blei im Lebensmittel- bzw. Futtermittelrecht sicher unterschreiten. Das Monitoring verfolgte im Untersuchungszeitraum die Zusammenhänge zwischen Kalkungsmaßnahme, pflanzenverfügbaren Schwermetallgehalten und den Schwermetallgehalten in den Ernteprodukten auf unterschiedlichen Böden des Untersuchungsgebietes.

 

Abgrenzung von Gebieten mit natürlicher Schadstoffanreicherung in Böden

In verschiedenen Naturräumen Nordrhein-Westfalens ist der Stoff Arsen in Böden durch natürliche Prozesse angereichert. Das ISB untersuchte dies in zahlreichen Arbeitsgebieten im Münsterländer Kreidebecken und in der niederrheinischen Tieflandsbucht (z.B. Rhein-Kreis Neuss, Kreis Recklinghausen, Kreis Coesfeld externer Link, Stadt Bottrop) und entwickelte ein Verfahren zur detaillierten Abgrenzung und zur Prognose der Anreicherungsintensität im Oberboden auf der Grundlage großmaßstäblicher Bodenkarten und geologischer Karten. Gebiete mit natürlicher Arsenanreicherung zeigen dabei ein spezifisches Raummuster der Bodenarsengehalte, das sich deutlich von demjenigen unterscheidet, wie es für den Normalfall einer eher immissionsbedingten Anreicherung typisch ist.

Gebiete mit natürlicher Arsenanreicherung müssen in digitalen Bodenbelastungskarten gesondert dargestellt werden. Wege der Integration von Gebieten mit natürlicher Arsenanreicherung in digitale Bodenbelastungskarten hat das ISB entwickelt.

Örtlich sind in Gebieten natürlicher Arsenanreicherungen die Anreicherungsbeträge so hoch, dass die Arsengehalte nutzungsspezifische Prüf- oder Maßnahmenwerte n. BBodSchV (1999) überschreiten.

Das ISB hat in mehreren Projekten diesbezügliche weitere Sachverhaltsermittlungen durchgeführt, um einerseits den Transfer von Arsen von dem Boden in Nutzpflanzen (Futter- und Nahrungspflanzen) zu untersuchen, oder aber den Direktpfad „Boden-Mensch“ zu beurteilen. Dort wo intensive oberflächennahe Arsenanreicherungen in Böden mit besonders „empfindlichen Nutzungen“ (z.B. intensives Kinderspiel) zusammengehen, kann eine Sanierung der Fläche notwendig werden. Eine solche Bodensanierungsmaßnahme hat das ISB im Jahr 2011 in der Stadt Datteln bodengutachterlich begleitet.