Eine wesentliche Grundlage in der kommunalen Planung, z.B. Bauleitplanung und Landschaftsplanung, ist die flächenhafte Bewertung der Schutzwürdigkeit von Böden, dargestellt in sogenannten "Bodenfunktionskarten". Auswertungen dieser Karten geben zugleich wichtige Hinweise auf die Klimafunktion von Böden.  Die Erstellung von Bodenfunktionskarten wird derzeit vom Land NRW gefördert.

Angesichts des bundespolitischen Zieles, die gegenwärtige Neu-Inanspruchnahme von naturnah aufgebauten Böden für den Ausbau von Siedlungs- und Verkehrsflächen bis zum Jahr 2020 auf 30 ha/Tag (derzeit fast 100 ha/Tag!) zu reduzieren, ist es notwendig, dem "Flächenrecycling" eine deutlich stärkere Gewichtung zu verleihen.

In den Fällen, in denen naturnahe Böden in Anspruch genommen werden müssen, gilt es möglichst auf Flächen zurückzugreifen, die Böden von vergleichsweise geringerer "Güte" aufweisen. Aus diesem Grunde ist die Kenntnis über die spezifischen Leistungsfähigkeiten der Böden in der Landschaft essentiell, um ein differenziertes Bewertungssystem zur "Schutzwürdigkeit" abzuleiten.Schema zur Bodenfunktionsbewertung

Das ISB erarbeitet die Bewertung aller Bodenteilfunktionen nach BBodSchG -  im Besonderen die naturhaushaltlichen Bodenfunktionen und der Archivfunktionen - für einen Planungsmaßstab von 1:5.000 - 1:50.000 nach den heute gängigen Bewertungsmaßstäben und führt diese zu einer aggregierten Gesamtbewertung zusammen. In enger Kooperation mit den Auftraggebern können Teilbewertungen spezifisch auf den Landschaftsraum angepasst werden ohne eine grundsätzliche Vergleichbarkeit mit Nachbargemeinden zu gefährden. In Kommunen die digitale Bodenbelastungskarten besitzen können die Daten zur stofflichen Bodenbelastung in das Bewertungssystem integriert werden.

Großmaßstäbliche Bodenfunktionsbewertungen führte das ISB für den Rhein-Kreis Neuss, die Stadt Bottrop und die Stadt Gelsenkirchen durch. Basisinformationen liefern dabei u.a. die bodenkundlichen Standortkartierungen 1:5.000 des Geologischen Dienstes NRW, bzw. die Bodeninformationen aus der Bodenschätzung (DGK5Bo). Hinzu kommen spezifische Anpassungen aus eigenen Bodenkartierungen. Derzeit wird durch das ISB auch für die Stadt Essen eine Bodenfunktionskarte erstellt. In dieser werden erstmals auch Aspekte der Kühlleistung von Böden integriert. Das theoretische Grundgerüst dazu ist im  Arbeitsblatt 29 des LANUV NRW beschrieben. Zur methodischen Umsetzung wurde vom ISB ein Bewertungsschema entwickelt.

Informationen zur Gewährung von Zuwendungen für die Erstellung von Bodenfunktionskarten in NRW sind den Seiten des Umweltministeriums NRW zu entnehmen.